Schritt 6:
Jetzt kommen wir zu den Bohrungen in den Nebelleuchtenblenden.
Diese werden auf einem Bohrständer von der Rückseite der Blenden eingebracht. Dabei ist auf die exakte Tiefe zu achten.
Wichtig für saubere Bohrungen ist es in mehreren einzelnen Vorschüben zu arbeiten, damit der Kreisschneider sich nicht zu stark erwärmt:
Mit der Dremel und einem zylindrischen Schleifkopf habe ich anschließend die einzelnen Löcher noch geringfügig aufgeweitet und gesäubert - die Leuchten sollten einen strammen Gleitsitz im Kunststoff aufweisen:
Auf der Vorderseite lässt sich jeweils der saubere Sitz jeder Leuchte prüfen. Zum Abschluss noch die Löcher ordentlich säubern:
Sind alle 5 Leuchten in einer Blende moniert, so empfiehlt sich ein Zwischentest.
Nach erfolgreichem Test habe ich alle Leuchtensockel auf der Rückseite mit einem 2-Komponenten-Epoxydharzkleber eingeschmiert und für 1 Stunde bei 50°C bis 70°C im Backofen ausgehärtet. Der Kleber wird dabei sehr dünnflüssig und führt zu einem guten Halt der Leuchten im Kunststoff, auch wenn der Kunststoff selber eigentlich nicht gescheit klebbar ist:
Schritt 7:
Jetzt kann die fertig bestückte Nebelleuchtenblende von vorne in die Stoßstange eingeclipst werden:
Auf der Rückseite werden die Leitungen der 5 Leuchten zusammengesteckt. Danach erfolgt der Anschluss der Zuleitung. Die kürzere der beiden Zuleitungen sitzt auf der linken Fahrzeugseite, die längere rechts:
Auf beiden Seiten lassen sich die Zuleitungen wunderbar in den vorhandenen Kabelkanal einlegen.
Jetzt wird noch der Nebelleuchtenträger wieder eingeclipst und die Nebelleuchtenbirne eingesetzt:
Sind beide Nebelleuchtenblenden mit den Tagfahrlichtern eingebaut, bietet sich ein weiterer provisorischer Test an:
Leicht bestürzt stellte ich fest, dass die Nebelleuchten mit ihren konventionellen H4-Birnen hinsichtlich ihrer Lichtfarbe so überhaupt nicht zum Rest passen. Also werden demnächst noch passende Birnen oder LED-Leuchten besorgt:
Schritt 8:
Damit kommen wir zum elektronischen Steuergerät.
Die LEDs werden über eine sogenannte Pulsweitenmodulation angesteuert - übersetzt bedeutet dies, dass das Steuergerät entsprechend der aktuellen Bordnetzspannung stets den richtigen Stromfluss zu den LEDs ausregelt.
Eine weitere Funktion besteht in der automatischen Erkennung der Versorgungsspannungshöhe. Bei abgestelltem Motor (Lichtmaschine steht) fällt das Spannungsniveau unter 13,5 Volt - die Tagfahrlichter werden automatisch abgestellt.
Zudem verfügt das Steuergerät noch über einen Anschluss (blau) zu einem Abblendlicht, welcher das Tagfahrlicht entsprechend geltender Gesetzesbestimmungen deaktiviert:

Mir war das freilich noch nicht verspielt genug, daher habe ich eine kleine Schaltung ergänzt. Diese dimmt das Tagfahrlich auf etwa ein Viertel der Leuchtstärke, wenn an der orangen Leitung Spannung anliegt.
Der Gesetzestext besagt, dass das Tagfahrlicht bei eingeschaltetem Abblendlicht deaktiviert sein muss.
Mögliche Ausnahme: Man dimmt das Tagfahrlicht und nutzt es als Positionsleuchte. In diesem Fall müssen jedoch bestehende Standlichter deaktiviert werden:
Die kleine Schaltung besteht aus einem zweipoligen Umschalt-Relais und jeweils zwei Ketten mit 8 Dioden. Die Tagfahrlichter beider Seiten sind mit jeweils einer Diodenkette in Reihe geschaltet. Bei aktivem Relais überrücken die beiden Schaltkontakte die Diodenketten, so dass maximale Helligkeit erzielt wird.
Die einfache Schaltung ist auf einer kleinen Lochrasterplatine aufgebaut und in Schrumpfschlauch gehüllt. Zur Abdichtung wurde sie anschließend komplett mit Epoxydharz ausgefüllt:
Schritt 9:
Nun fehlt nur noch der Einbau des Steuergerätes im Fahrzeug.
Eine optimale Stelle ist ganz links nahe der A-Säule zwischen innerem Kotflügel und Sicherungskasten.
Zur Fixierung dient die vorhandene Schraube des kleinen Blechs, welches den Motorhaubentaster trägt.
An dieser Schraube wird zudem die Masseleitung (schwarz) des Steuergerätes angeschlossen:
Die Speiseleitung des Steuergerätes (rot) passt prima an den Speiseanschluss des Sicherungskastens:
Die dritte und letzte Leitung (orange) wird mit der weißen Leitung der linken Standlichtbirne verbunden.
Verzichtet man auf die Zuschatzschaltung, so kommt hier die blaue Leitung des Steuergerätes dran - andernfalls bleibt die blaue Leitung offen:
Schritt 10:
Damit kommen wir zum abschließenden Test.
Eine Aufnahme der hellen Variante war ja bereits weiter oben zu sehen.
Als erstes mal die Variante mit ausgestelltem Abblendlicht und aktivem Standlicht - das Tagfahrlicht ist gedimmt:
Test 2 mit aktivem Abblendlicht:
In Test 3 kommen die Nebelleuchten hinzu:
Und der letzte Test 4 mit voller Christbaumbeleuchtung:
Ich hoffe das hat dem einen oder anderen eine kleine Anregung gegeben und hilft Euch bei einem Nachbau oder einer eigenen Tagfahrlichtvariante.
Beste Grüße,
Johannes